Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Gemeinsam – Widerständig – Solidarisch

►Demo in Flensburg am 3.2.2018 – 13:00 Uhr Bahnhofsvorplatz◄

Gegen den Rechtsruck in Gesellschaft und Politik!

2018 – der seit Jahren stattfindende Rechtsruck der Gesellschaft hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

Vor kurzem fand die Bundestagswahl statt. Lange vor der Wahl stand bereits fest, dass die rechtspopulistische AfD in das Parlament einziehen wird. Am Ende erlangte sie fast 13% der Stimmen, in Teilen Deutschlands sogar weit über 20%. Auch in Flensburg erhielt eben diese Partei 7,5% der Stimmen – 3702 Menschen wählten hier die AfD. Eine Partei, deren Wahlprogramm unter anderem folgende Forderungen beinhaltet: Zwangsarbeit unter dem Mindestlohn, die Beeinflussung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die Leugnung des Klimawandels, die Einschränkung des Datenschutzes, die Errichtung einer Überwachungsbehörde, die Einschränkung der Frauenrechte, die Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe sowie deutlich rassistische Forderungen.
Es kann nur eine Selbstverständlichkeit sein, sich gegen diese menschenfeindliche Partei, gegen den Rechtsruck und die nationalistische Formierung in der Gesellschaft zu erheben. Rechtspopulist_innen dürfen in Flensburg, in Schleswig-Holstein, in Deutschland und weltweit zu keiner Macht gelangen. Nur durch einen Kampf gegen die Faschisten kann der Faschismus verhindert werden. Dies muss unser aller Aufgabe sein.

Gegen staatliche Repression gegen G20-Gegner*innen!

Ein anderer deutlich sichtbarer Ausdruck der autoritären Formierung der Gesellschaft ist die Repression gegen die G20-Gegner_innen. Anfang Juli 2017 schaute die ganze Welt nach Hamburg. Am 07. und 08. Juli fand hier das Treffen der 20 ökonomisch stärksten Nationen statt. Ein großer Auftritt für die Stadt Hamburg war geplant, doch am Ende sind es die Bilder der Demonstrant_innen und der Widerständigen, die um die Welt gehen. Eine Welle aus Protest und Widerstand, die sich gegen die Globalisierung dieser 20 kapitalistischen Staaten richtet.

Staat und Medien betreiben Menschenjagt und rufen zur öffentlichen Denunziation auf.
Direkt nach dem Gipfel, und bis heute, hat sich die Medienlandschaft und die BRD auf einen gemeinsamen Feind eingeschossen. Es trifft die linksalternative Kultur sowie die gesamte Linke. Eine Kriminalisierung findet Tag für Tag statt. Medien berichten lüstern über Razzien bei Staatsfeind_innen, bei Menschen, die in der Öffentlichkeit als unpolitische Chaoten dargestellt werden. Was sich hinter den vielfältigen Protesten verbirgt, spielt keine Rolle, und das sollte es auch niemals. Staat und Medien rufen durch breitenwirksame Veröffentlichung von Bildern zur öffentlichen Denunziation von Menschen auf, ähnlich wie zu Zeiten der RAF, unabhängig davon, ob ihnen Straftaten vorgeworfen werden oder nicht. Zehntausende Menschen begaben sich mutig auf die Straßen Hamburgs, forderten eine gerechte Welt, forderten ein System, das sich vom Kapitalismus und den daraus resultierenden Zuständen wie Flucht, Armut, Ausbeutung, Versklavung bis hin zu Kriegen lossagt. Demgegenüber standen über 30.000 Polizist_innen, die bereits Tage vor dem Gipfel mit einer Orgie der Gewalt begannen. Gerichtlich zugelassene Camps wurden ohne Erlaubnis geräumt, Versammlungs- und Meinungsfreiheit schien es nicht mehr zu geben. Eine Spirale der Eskalation baute sich auf, die ihren Höhepunkt in einem brutalen Überfall auf die Großdemonstration „Welcome to Hell“ fand. Hunderte Menschen wurden zum Teil schwerst verletzt, Wasserwerfer schossen auf Menschen auf Dächern, wodurch Todesfälle billigend in Kauf genommen wurden. Das Konzept der Polizei schien darin zu bestehen, Demonstrant_innen kaputt zu schlagen anstatt sie festzunehmen.
Sechs Monate nach diesem Spektakel sitzen bis heute Genoss_innen z.T. ohne konkreten Tatvorwurf in Hamburg hinter Gittern. Es sind Menschen aus ganz Europa, an denen nun ein Exempel statuiert werden soll. Der Staat möchte uns zeigen, dass wir es nicht wagen sollen, uns gegen ihn zu erheben. Gegen eben diesen Zustand gilt es gerade jetzt aufzustehen. Wir erheben uns, unsere Stimmen und heben die Fäuste in die Luft. Der Kampf gegen den Kapitalismus bleibt bestehen – unsere Solidarität bleibt ungebrochen. Angeklagt sind einige, gemeint sind wir alle.

Das Problem heißt Kapitalismus!
Gemeinsam kämpfen wir für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, für eine klassenlose Gesellschaft ohne die kapitalistische Verwertungslogik und für die Abschaffung des Staates und seiner strukturellen Gewalt. Daher rufen wir euch alle zu einer Demonstration gegen Faschismus, Rassismus, Kapitalismus und Militarismus auf. Zeigen wir Haltung gegen eben jene Strömungen, die uns überwachen, selektieren und vernichten wollen. Der Kapitalismus bietet keine Lösung, der Kapitalismus ist das Problem.

Gemeinsam – Solidarisch – Widerständig
United We Stand!

2 Veranstaltungen im November


Anti Repressions-Demo in Hamburg-Billwerder

Aus gegebenem Anlass findet in Hamburg-Billwerder am kommenden Sonntag den 05.11.2017 eine Demonstration mit anschließender Kundgebung vor dem Knast gegen Repressionen im Kontext des G20 Gipfels statt. Wir wollen uns diesen Protesten gegen die staatliche Willkür gerne anschließen und werden uns für eine gemeinsame Anreise um 09.45 Uhr am Bahnhof in Flensburg treffen. Wir freuen uns über eine rege Beteiligung, es gab bisher viel zu wenig Gegenwehr!
Im Folgenden einmal der Aufruf von „United We Stand“ zum Nachlesen:
https://unitedwestand.blackblogs.org/en/demonstration-and-manifestation-on-sunday-5-11-jva-billwerder/

9.9. – Antifa Punk Disco



Facebook Event.

Offener Brief an Baltic Open Air Unterstützer

    Warum das Baltic Open Air nicht zu unterstützen ist

Offen Rechtsextreme Bands finden sich im Line up des Baltic Open Air nicht. Allerdings sind einige Bands angekündigt, die der sogenannten Grauzone zuzuordnen sind oder ein ausgeprägten Hang zu Patriotismus und „Heimat Liebe“ besingen. Diese Bands würden sich selbst nicht rechtsextrem einordnen. Dennoch befinden sich unter den Facebook-Zusagen zum Baltic Open air einige eindeutig Rechtsextreme.

Zwar bezeichnen sich viele der Bands selbst als unpolitisch, in ihren Texten tauchen aber ständig politische Statements auf. Politisch ist in diesem Verständnis nur was „die da oben machen“, sie selbst wähnen sich dabei als Vertreter des „kleinen Mannes“ die nur singen was jeder klar Denkende denken müsste. Eindeutig rechtsextreme Songtexte gibt es bei diesen Bands nicht. Hier wird eher von Heimattreue, Heimatliebe und der Zugehörigkeit zu einem Volk gesprochen. Es geht um Freundschaft und um Werte. Problematisch wird es, wenn die besungene Freundschaft bedeutet, Fremde auszugrenzen oder abzulehnen, und es um Werte geht, die nur die eigene Gruppe hat und diese über die anderen zu stellen.

Entworfene homogene Gesellschaftsbilder werden der real existierenden Gesellschaft gegenübergestellt und mit ihr verglichen. Dieser Vergleich enthält Abwertungen der Gruppen, die nicht in das entworfene homogene Bild passen. Darin zeigt sich manchmal deutlicher, manchmal eher verschwommen eine Zugehörigkeit zum rechten Lager oder zumindest eine Nähe zu deren Denkmustern. Deshalb wird häufig von Grauzonen-Musik gesprochen. In einer gezielten Auseinandersetzung mit den Liedtexten lässt sich meist herausarbeiten, ob ein menschenfeindliches Weltbild zugrunde liegt oder nicht. Zum Teil lässt sich die Uneindeutigkeit aber auch nicht auflösen. Eigene Statements von Bands helfen da nicht immer weiter.“ http://www.demokratiezentrum-bw.de/wissen-information/rechte-musikr

Über den Headliner Frei.Wild ist in der Vergangenheit bereits genug geschrieben worden. Es empfiehlt sich beispielsweise diese Broschüre von der AKJS http://akjs-sh.de/produkt/von-frei-wild-bis-rechtsrock

Weniger bekannt aber nicht minder problematisch stellen sich die folgenden Bands, die alle im Lineup des BOA vertreten sind, dar.

,,Unantastbar“ gilt als Partnerband von Frei.Wild und haben sich lange einen Proberaum geteilt. Ihr Frontmann Joggl Bergmeister hat mit Phillip Burger schon bei den Kaiserjägern, der rechtsextremen Vorgängerband von Frei.Wild, gespielt. Auf dem Blog ,,Oireszene“(http://oireszene.blogsport.de/) wird die Band wie folgt beschrieben.

,,Südtiroler Band, die sich unpolitisch gibt, sich privat aber mit Rechtsoffenen und Rechten abgibt.

Zusammen mit Gerbenok aus Weißenfels brachten sie eine Split CD/LP im Dezember 2007 heraus. Diese erschien beim rechtoffenen Label KB-Records unter dem Titel “Oi! knocks best”. Bis 2008 teilten sie sich den Proberaum mit der ebenflalls aus Südtirol kommenden Band “Frei.wild”. Weiterhin gibt es Verbindungen zur deutschnationalen Vereinigung “Los von Rom” (losvonrom.tk). Diese tritt für die Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich ein und hat sich 2006 gegründet. Am 26.01.2007 war diese “Aktionsgruppe” bei einem Konzert von Unantastbar im “Juze Naturns” dabei und sammelten fleißig Unterschriften für ihr “Begehren”. Neben einer ganzen Reihe von erschreckenden Links, sind auch Unantastbar als einzige Band auf der Homepage der “AG” verlinkt.

Unantastbar sind trotz der Entfernung zu Leipzig Anhänger des LOK Leipzig, ein äußerst rechtslastiger Fußballverein – ähnlich wie der BFC in Berlin.

Auch nach Neustadt an der Orla verschlug es die Jungs schon Mal. Dort in den Naziskinhead-Schupen “Skinhouse Menfis” wo sie mit Iron Fist einen zum Besten gaben. Die Bootboys Hildesheim durften sich ebenfalls über eine Besuch der Combo freuen. Bei ihnen spielten sie mit Toxpack, Mummies Darling und Combat 77 auf. Die Bootboys werden hier etwas später auch noch verewigt werden.

In der Berliner Amnesie fanden sie sich vor kurzem ebenfalls ein. Hier wurde das Konzert von der Grauzonencrew Oimania Drinking Crew (ODC) organisiert“

Wir halten eine Veranstaltung, die einem solchen nationalistischen Taumel eine Bühne bietet für höchst problematisch und potentiell gefährlich.

Gerade in Zeiten eines nationalistischen Aufwindes und dem Erstarken rechter Bewegungen ist es unabdingbar, diesen nicht zu unterstützen, sondern dagegen vorzugehen.

Deshalb fordern wir sie mit Nachdruck auf, ihr Engagement zu Gunsten des Baltic Open Air einzustellen.

Antifaschistische Aktion Flensburg